Praxis für Sexualmedizin & Paartherapie - Köln

_Ursachen

Körperliche Ursachen

Psychische/partnerschaftliche Ursachen

 

Ursachen sexueller Probleme



Die Angaben in der Fachliteratur über organische beziehungsweise psychische Ursachen von sexualmedizinischen Problemen schwanken erheblich. Oft ist eine genaue Unterscheidung in körperliche und seelische Ursachen auch nicht möglich, da sie sich überlagern:
 So kann z.B. bei einem zuckerkranken Mann eine beginnende Erektionsschwäche (körperlich verursacht) zu Ängsten führen, beim Sex nicht zu genügen. Diese können ihrerseits zu einer inneren Blockade führen und so die Erektionsschwäche verstärken (seelische Ursachen). Die psychische Komponente verstärkt deutlich die diabetesbedingte Sexualproblematik.



Insbesondere im Zusammenhang mit Erektionsstörungen ist in vielen Studien der Anteil an körperlichen Ursachen hoch. Diese Angaben sind jedoch mit Vorsicht zu interpretieren, da viele Untersuchungen, die durch die Pharma-Industrie finanziert wurden, ein Interesse daran haben, sexuelle Störungen als ein körperliches Problem darzustellen, welches einfach mit einer Tablette gelöst werden kann. Der Trend, sexuelle Probleme als eine körperliche Krankheit aufzufassen, die mit Medikamenten erfolgreich behandelt werden kann, ist nicht nur bei der Erektionsstörung zu beobachten, sondern erstreckt sich mittlerweile auch auf andere sexualmedizinische Problembereiche. Besonders für den vorzeitigen Samenerguss und die Lustlosigkeit - speziell bei Frauen - sind in den Medien entsprechende Berichte zu finden, da für diese Bereiche in absehbarer Zeit neue Medikamente auf den Markt kommen. Das Interesse der pharmazeutischen Industrie, sexuelle Probleme vor allem als körperlich verursacht darzustellen, die mit Medikamenten allein gelöst werden können, ist angesichts der zu erwartenden Gewinne in diesem Sektor nachvollziehbar. 
Eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Entwicklung in Bezug auf die weibliche Sexualität finden Sie hier:

(www.fsd-alert.org).

 

Auch Sorgen, Befürchtungen und Erwartungen des gesunden Partners haben Auswirkungen auf den Behandlungserfolg. So können die Ängste der Partnerin eines Infarktpatienten, dieser könne sich beim Sex überanstrengen und sterben, einen negativen Einfluss auf die gemeinsame Sexualität ausüben.

 Werden sowohl körperliche als auch seelische Ursachen sowie partnerschaftliche Auswirkungen in die Behandlung einbezogen, lassen sich deutlich bessere Therapieerfolge erzielen. 
Angesichts der noch viel zu geringen Anzahl sexualmedizinisch bzw. sexualtherapeutisch qualifizierter Ärzte und Psychologen besteht in Deutschland diesbezüglich jedoch eine erhebliche Fehl- und Unterversorgung:
 So werden sexuelle Funktionsstörungen überwiegend mit Medikamenten behandelt, während kausal und dauerhaft wirksame Verfahren wie Sexualberatung und Sexualtherapie selten zum Einsatz kommen.

 In der Praxis hat sich gezeigt, dass ein großer Teil der als körperlich verursacht eingestuften sexualmedizinischen Krankheitsbilder in der Realität eines Beziehungsalltags häufig eine gemischte körperlich-seelische Ursache haben. In der folgenden Zusammenstellung sind jedoch der Übersichtlichkeit halber die Ursachen in körperliche und psychische Auslöser aufgeteilt:

 

Körperliche Ursachen

Psychische/partnerschaftliche Ursachen