Praxis für Sexualmedizin & Paartherapie - Köln

_Transsexualität

Geschlechtsidentität ist das Empfinden, sich als Mann oder als Frau zu fühlen. Diese Empfindung kann jedoch im Gegensatz zur körperlichen Realität stehen. Das heißt, eine zum Beispiel biologisch männliche Person empfindet sich nicht als Mann sondern identifiziert sich in seinem inneren Erleben mit dem weiblichen Geschlecht. Der männliche Körper mit seinen Geschlechtsmerkmalen wird als fremd, falsch und nicht zu einem selbst gehörend wahrgenommen. Wenn dieses Erleben durchgehend besteht - oftmals schon seit der Jugend - und nicht nur als vorübergehende Irritation in der Pubertät auftritt, so spricht man von einer Geschlechtsidentitätsstörung oder Transsexualität. Es wird ein großer Leidensdruck beobachtet mit Hilflosigkeit, Ohnmacht und starker Verunsicherung angesichts der Diskrepanz zwischen innerem Erleben und biologischer Gegebenheit. Dabei wünschen die Betroffenen, als Angehöriger des anderen Geschlechts zu leben und anerkannt zu werden. Zudem besteht ein konstantes und starkes Unbehagen gegenüber den eigenen geschlechtsspezifischen körperlichen Merkmalen (Brust, Vagina, Menstruation bzw. Penis, Hoden, Erektionen und Behaarung/Bartwuchs).
 Geschlechtsidentitätsstörungen kommen sowohl bei biologischen Männern als auch bei biologischen Frauen vor. Man spricht demnach von Mann-zu-Frau-Transsexuellen beziehungsweise Frau-zu-Mann-Transsexuellen.

 

Abzugrenzen von der Transsexualität ist ein bloßes Tragen der Kleidung des anderen Geschlechts ohne sich jedoch diesem zugehörig zu fühlen. Ein Transvestit erlebt das "cross-dressing"  sexuell erregend aber identifiziert sich nicht permanent mit dem anderen Geschlecht. Bei Transsexuellen jedoch hat das Tragen von Kleidung des anderen Geschlechts keinen erregenden Charakter, sondern entspricht dem inneren Empfinden, zum anderen Geschlecht zu gehören. Vielfach wird der Wechsel der Geschlechtsrolle und eine individuelle Anpassung an das gewünschte Geschlecht von den Betroffenen als einzig möglicher Lösungsweg erlebt. Versuche, die Transsexualität psychotherapeutisch zu bearbeiten und damit aufzulösen, sind fast immer gescheitert.


Die Möglichkeiten einer Anpassung an das gewünschte Geschlecht sind vielfältig. Die Psychotherapie kann den Betroffenen helfen, eine adäquate Lösung für ihr spezifisches Identitätsproblem zu finden.


Ein möglicher Rollenwechsel ist in der Regel mit gravierenden Problemen und Konflikten im familiären und beruflichen Umfeld verbunden und sollte unbedingt psychotherapeutisch vorbereitet und begleitet werden.


Im Transsexuellengesetz (TSG) sind vom Gesetzgeber die Möglichkeiten geregelt, im Falle einer Geschlechtsidentitätsstörung Vornamen oder Personenstand ändern zu können. In diesem Zusammenhang ist eine sexualmedizinisch/psychiatrische Begutachtung erforderlich. Diese Begutachtung und führe ich auch in meiner Praxis durch. In meiner Arbeit richte ich mich nach international anerkannten Therapieleitlinien, welche ein stufenweises Vorgehen bei Psychotherapie, gegebenfalls gegengeschlechtlicher hormoneller Behandlung und geschlechtsangleichenden Operationen vorsehen.